Unentdeckt - Gas in Polen 

Laut Experten ist Polen das Land mit den meisten, bisher noch unentdeckten Gas- und Ölvorkommen in Europa. Häufig sind ausländische Großkonzerne US-amerikanischer oder britischer Herkunft, wie Lane Energy, Chevron, Marathon Oil oder British Petroleum, an den unentdeckten Vorkommen mehr als interessiert und gehen von einem dadurch zusätzlichen Wirtschaftsaufschwung für Polen aus.

Gas und Ölvorkommen in Polen - Eine neue Chance für das Land

Laut dem internationalen Wirtschaftswissenschaftsunternehmen für Energie, Metall und Bodenschätze, Wood Mackenzie Ltd. sollen in den Schieferschichten polnischer Böden über 1 Billion Kubikmeter, weiteren Schätzungen zufolge gar 1,5 bis 3 Billionen Kubikmeter Erdgas verborgen sein. Als eines der ersten Unternehmen hat die Chevron Exploration und Produktion Poland AG im Dezember 2009 eine fünfjährige Lizenz vom polnischen Umweltministerium erhalten, die den Betrieb dazu berechtigt das Großgebiet Zamosc (Fläche: ca. 800 km²) nach Gas- und Ölvorkommen zu suchen und in einer Tiefe von bis zu 3500 m zu bohren und zu fördern.

Bohrungen nach Schiefergas sind erst seit einigen Jahren durch aufwändige und teure technische Innovationen möglich. Die Bohrung erfolgt erst direkt senkrecht in den Boden, trifft die Bohrsonde auf ein Schiefervorkommen dringt diese horizontal in die Gesteinsschicht ein und sprengt diese mithilfe von starkem Druck, Wasser und speziellen Chemikalien, das ausströhmende Gas kann dann gewonnen werden. Aufgrund der Aufwändigkeit und des Kapitalbedarfs, was höhere Gastarife zur Folge hat, gilt diese Fördermethode als immernoch umstritten.

Doch es gibt auch Kritiker dieser euphorischen Stimmung und Aufschwungsbewegung. Der polnische Energieversorger PGNiG (Polskie Górnictwo Naftowe i Gazownictwo S.A. - die Polnische Erdölbergbau und Gas-Aktiengesellschaft) sieht von einem möglichen "Goldrausch" infolge des neuen Gasreichtums ab und befürchtet eine subtile Ausbeutung durch ausländische Unternehmen und Investoren. Vorrangig die englisch-sprachigen Unternehmen setzen auf teure, moderne Technologien zum Abbau von Gas in Schieferschichten, es sind daher zusätzliche Investitionen notwendig, die zu einem Schuldenberg seitens privater- und staatlicher Geldgeber in Polen führen könnten.

Für die anderen europäischen Staaten und Polen selbst bedeutet der mittlerweile durch die PGNiG bestätigte (Probebohrungen Anfang / Mitte 2010, in Markowola, Südpolen) Gasreichtum eine mögliche Unabhängigkeit vom russischen, teuren Gasmonopol des Unternehmens Gazprom. Im Juni 2010 bezeichnette der Vorsitzende des Unternehmens Aleksej Miller Schiefergas als unrentabel und umweltschädigend, so scheint, als fürchte das Unternehmen tatsächlich um sein Monopol. Die PGNiG hat in den Folgemonaten seit Mitte 2010 über 20 weitere Probe- und Testbohrungen in verschiedenen Gebieten, unter anderem in Gdansk (dt. Danzig) veranlasst. Gegen Ende 2010 Anfang 2011 erhofft sich das Unternehmen dann einen landesweiten Überblick über die Vorkommen.

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